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Ayurveda

Warum Ayurveda?

 

Ayurveda - das Wissen vom Leben (Sanskrit, m., आयुर्वेद āyurveda, Ayuh = Leben, Veda = Wissen) - betrachtet den Menschen als Einheit von Köper, Sinnesorganen, Geist und Seele. Der Mensch gilt als gesund, wenn diese Einheit im ausgewogenen Einklang ist. Durch den Ayurveda kann dieser Einklang erhalten oder -wenn gestört - wieder hergestellt werden. Jeder Mensch ist individuell, hat einen bestimmten Konstitutionstyp und wird entsprechend individuell behandelt. Diese Konstitution setzt sich dem Ayurveda zufolge wie alles in der belebten und unbelebten Natur aus den gleichen fünf Elementen (Mahabhutas) zusammen: Äther/Raum (Akasha), Luft (Vayu), Feuer (Agni), Wasser (Jala) und Erde (Prithivi). Die fünf Elemente bilden die körperliche Struktur und sind auch mit den sinnlichen Empfindungen verbunden. Die Elemente prägen sich im Körper unterschiedlich aus, schaffen individuelle Eigenschaften. Der Mensch enthält dieselben Bausteine wie das Universum, ist ein mikrokosmisches Abbild des Makrokosmos. Die einzelnen Konstitutionstypen werden im Ayurveda Dosha („Unreinheiten“, „etwas, das gestört werden kann“) genannt. Doshas stellen Kräfte oder biologische Prinzipien dar, die strukturelle, funktionale und qualitative Einheiten bilden und die Funktionen und den Aufbau des Körpers und der Seele spezifisch steuern. Demnach gibt es drei „Haupt“-Doshas: Vata, Pitta und Kapha, die sogenannten Tridoshas. Diese Tridoshas können im Menschen auch als Mischkonstitutionen vorhanden sein, so dass insgesamt sieben unterschiedliche Konstitutionstypen existieren: Vata, Pitta, Kapha und die Mischkonstitutionen Vata-Pitta, Pitta-Kapha, Kapha-Vata und Vata-Pitta-Kapha. Bei den Mischkonstitutionen vereinen sich die jeweiligen Dosha-Eigenschaften, wobei jeweils ein Dosha dominiert. 

Vereinheitlichend lässt sich sagen, dass das Vata-Dosha das Prinzip der Bewegung im Körper repräsentiert; es reguliert die Muskeltätigkeit, die Funktion der inneren Organe und Sinnesorgane und die Aktivität des Gehirns und des Nervensystems. Als aktives Prinzip regt es die beiden anderen unbeweglichen Doshas Pitta und Kapha an. Da Vata sich aus den beiden Elementen Luft (Vayu) und Äther (Akasha) zusammensetzt, hat es die Eigenschaften trocken, rau, leicht, schnell, beweglich, veränderlich, fein und kühl.

Das Pitta-Dosha repräsentiert den Temperaturhaushalt, ist das Umsetzungsprinzip im Körper und reguliert die Verdauung und wirkt maßgeblich auf die Aktivität des Stoffwechsels ein. Zudem steuert es die Intelligenz und die Auffassungsgabe. Pitta besteht aus den Elementen Feuer (Agni) und Wasser (Jala), typische Eigenschaften sind daher heiß, scharf, leicht, durchdringend, feucht-ölig, flüssig, bitter, sauer und sich gut verteilend. 

Das Kapha-Dosha bildet das Fundament der Stabilität, Vitalität und Widerstandsfähigkeit des Organismus. Durch Kapha entsteht Körperstruktur, werden die Elemente im Körper zusammengehalten, Stabilität und Energie verliehen und der Feuchtigkeitshaushalt reguliert. Zudem werden Gelenke und Bindegewebe gestärkt und das Lymph- und Immunsystem und die Herz-Lungen-Funktionen beeinflußt. Da Kapha aus den Elementen Erde (Prithivi) und Wasser (Jala) besteht, sind ihm die Eigenschaften kalt, süß, schwer, beständig, ölig, wässrig-glatt, stabil, fest und träge zugeordnet. 

Dieses sind die natürlichen Konstitutionen, die Grundkonstitutionen des Körpers, Prakriti genannt. Gleichzeitig existiert auch immer ein aktueller Zustand der Dosha-Konstitution im Körper, beeinflusst durch verschiedene Faktoren wie Umwelt, Wetterlage, Jahreszeit, Gemütszustand, Nahrung u.a. Durch diese und andere Einflüsse kann sich die Grundkonstitution verändern. Diese Veränderung der Grundkonstitution wird Vikriti genannt. 

Die Basis der Gesundheit ist das individuelle Gleichgewicht der Doshas. Wenn sich ein oder mehr Doshas aus diesem individuellen Gleichgewicht herausbewegen, können Störungen und Krankheiten entstehen. Störungen können durch äußere Einflüsse, Lebensweise und/oder durch psychische Prozesse erfolgen. Alle ayurvedischen Maßnahmen setzten hier an: Es gilt das individuelle Gleichgewicht der Doshas wieder herzustellen. 

So unterschiedlich wie die Menschen in ihrem Wesen sind, so unterschiedlich sind sie auch bei der Nahrungsvertäglichkeit und deren Verdauung. Die Dosha-Einteilung hilft, Verträglichkeiten und Unverträglichkeiten von Nahrung besser zu verstehen, zu beachten und im Krankheitsfall den Patienten durch die Ernährung unterstützend zu helfen. Der Körper besteht aus dem, was der Mensch zu sich nimmt und verdaut. Bis zu 40 % aller Erkrankungen lassen sich laut dem Ayurveda durch die richtige Ernährung (Diät) behandeln. Zum einen sind also die Nahrungsmittel mit ausschlaggebend, welcher Gesundheit man sich erfreut, zum anderen ist es die Verdauung, im Ayurveda das Verdauungsfeuer Agni (auch „Lebensflamme“ oder „Lebensfeuer“) genannt, welches auf das Wohlbefinden einwirkt. Nur bei einem gesunden Agni können die Lebensmittel gut verarbeitet und dem Körper zugänglich gemacht werden. Nahrungsmittel und Gewürze können auf das Agni positiv oder negativ einwirken. Agni bildet daher zusammen mit den drei Doshas das vierte funktionale Prinzip des Organismus. Agni wird von Pitta produziert und sitzt im Oberbauch und in jeder einzelnen Zelle des Körpers. Es ist dort für alle Lebensfunktionen und die Lebensenergie unentbehrlich. Mit seiner Hitze hilft es, Speisen aufzuschließen und dem Körper zugänglich zu machen und Krankheitserreger zu „verbrennen“. Agni ist somit von zentraler Bedeutung für alle Stoffwechsel- und Lebensprozesse. Die Eigenschaften von Agni sind: heiß, trocken, leicht, klar, wohlriechend und rein. Unter anderem wird Agni vom aktuellen Klima, der Jahreszeit, dem Lebensalter, der Schlafqualität und von der jeweiligen Konstitution beeinflusst. Es lenkt den Aufbau der Dhatus (Körpergewebe) aus Nahrung, damit Ojas (Lebens- und Immunkraft) entstehen kann und Stärke, Ausstrahlung und Vitalität aus uns hervorgehen können. Für ein gesundes Agni ist die individuelle Ausgeglichenheit der Doshas erforderlich. Ist dies nicht der Fall, kann zu viel oder zu wenig Agni vorhanden sein, Nahrung wird dann entweder nicht ausreichend oder zu viel verdaut.  Folgende Ernährungsregeln wirken sich positiv und ausgleichend auf das Agni aus: 

Erst essen, wenn die vorherige Mahlzeit verdaut ist und sich ein Hungergefühl eingestellt hat. Es sollte die richtige Menge gegessen werden, das heißt Zweidrittel des Magens sollten gefüllt sein, ein Drittel sollte frei bleiben, so kann der Magen optimal verdauen. Nahrungsmittel sollten vor allem gekocht und warm verzehrt werden. Zudem kommt es auch auf die richtige Kombination der Nahrungsmittel an. Scharfe, saure, bittere und salzige Speisen und Gewürze unterstützen das Agni. Gleichzeitig sollte man aber darauf achten, das Agni nicht übermäßig anzuregen. Um das Agni nicht zu löschen, sollte während der Mahlzeit nur wenig oder gar nicht getrunken werden. Kalte Getränke schaden zudem dem Agni. Generell sollte an einem sauberen Ort mit guter Atmosphäre gegessen werden. Nach der Mahlzeit sollte nicht geschlafen werden, da so das Agni erlischt; generell sollte auf Tagesschlaf verzichtet werden. 

Bei einem individuellen Dosha-Ungleichgewicht ist Agni dementsprechend geschwächt und es kommt zur Bildung von Schlackenstoffen, Ama genannt und über längere Zeit hinweg zu Krankheiten. Ama kann auch als Folge nicht verarbeiteter Gefühle, ungelöster Konflikte, Belastungen und Stress entstehen und ist bei nahezu jeder Krankheit beteiligt. Es handelt sich um eine toxische Substanz, die durch unverdaute Nahrung entsteht. Die Eigenschaften von Ama sind kalt, feucht, schwer, trübe, übelriechend und unrein. Symptome von Ama können sein: Blockaden der Srotas (Transportkanäle im Körper), verminderte Körper- und Widerstandskraft, Schweregefühl, Müdigkeit, Trägheit, Verdauungsstörungen, Appetitverlust, übermäßiger Speichelfluss. Durch seine Trägheit kann Ama das Agni wiederum negativ beeinflussen, es träge machen, wodurch sich noch mehr Ama bilden kann. Auch falsche Nahrungsmittelkombinationen können Ama erzeugen. Insgesamt werden in der Caraka Samhita, einer der ältesten und wichtigsten ayurvedischen Schriften, 18 Ama-erzeugende Nahrungsmittelkombinationen beschrieben. Die Wichtigsten sind: Milch nicht zusammen mit rohen Früchten, Fisch, Fleisch oder Ei verzehren. Diese Nahrungsmittel gar nicht miteinander kombinieren, sondern immer nur ein Nahrungsmittel davon pro Mahlzeit und dann mittags zu sich nehmen. Gegensätzliche Nahrungs-mitteleigenschaften wie zum Beispiel heiß und kalt in einer Mahlzeit sollten vermieden werden. Honig sollte nicht erhitzt und nicht in gleichen Teilen zusammen mit Ghee verzehrt werden. Sahne und Käse können die Srotas blockieren und so ebenfalls Ama verursachen. 

Auf der mentalen Ebene beschreibt Ayurveda drei Gunas (Eigenschaften/Funktionsprinzipien des Geistes, auch: die Qualität einer Substanz): Tamas, Rajas und Sattva - drei Kräfte oder auch qualitative Nahrungsgruppen. Die drei Nahrungsgruppen werden direkt von den drei Gunas abgeleitet. Sattva steht für Leichtigkeit, Licht, Harmonie, Rajas für Aktivität und Bewegung und Tamas für Trägheit und Dunkelheit. Die Gunas treten in verschiedenen Graden in allen groben oder feinen Gegenständen und auch in der Nahrung auf und wirken auf der physischen, geistigen und emotionalen Ebene. Jedes Nahrungsmittel wird einem Guna und damit einer der drei Qualitäten zugeordnet. Sattva sollte dominieren, um ein glückliches und harmonisches Leben zu führen. Dennoch ist jedes Guna für sich wichtig, da alle drei Kräfte an der Schöpfung beteiligt sind. Laut der Caraka Samhita existieren folgende zehn Gegensatzpaare (Dvandva):

Guru (schwer, schwer verdaulich) - Laghu (leicht, leicht verdaulich)

Shita (kalt, kühlend) - Ushna (warm, erwärmend)

Snigdha (fettig, ölig) - Ruksha (trocken, spröde)

Manda (stumpf, langsam) - Tikshna (scharf, heftig)

Sthira (starr, unbewegelich) - Sara (flexibel, beweglich)

Mridu (weich) - Kathina (hart)

Vishada (nicht schleimig oder schlierig, klar) - Pichhila (schleimig, schlierig) bzw. Avila (trüb)

Shlakshna (glatt) - Khara (rau)

Sukshma (fein) - Sthula (grob)

Sandra (zähflüssig, viskos) - Drava (flüssig, dünnflüssig)

Daneben haben Nahrungsmittel auch einen Geschmack und eine Wirkung, im Ayurveda Rasa („die aus Nahrung gewonnene Essenz“)  genannt. Der Ayurveda geht von sechs Rasas aus: süß, sauer, salzig, scharf, bitter und zusammenziehend. Rasa steht immer in direkter Beziehung zur elementaren Zusammensetzung eines Nahrungsmittels und damit auch zu dessen Wirkweise. Es sind immer zwei Elemente in einer Geschmacksrichtung vorherrschend, diese wirken auf die Doshas im Organismus ein:

süß (Madhura Rasa) ist den Elementen Wasser und Erde zugeordnet, die Wirkung ist schwer, befeuchtend, kühlend, nährend, mindert Pitta und Vata und vermehrt Kapha. 

sauer (Amla Rasa) ist den Elementen Erde und Feuer zugeordnet, die Wirkung ist erhitzend, austrocknend, nährend, vermindert Vata, vermehrt Pitta und im geringeren Umfang Kapha. 

salzig (Lavana Rasa) ist den Elementen Wasser und Feuer zugeordnet, wirkt erhitzend, klebrig, schwer, vermindert Vata, erhöht Pitta und im Übermaß Kapha. 

scharf (Katu Rasa) ist den Elementen Feuer und Wind zugeordnet, wirkt erhitzend, leicht austrocknend, vermindert Kapha und vermehrt Pitta und Vata. 

bitter (Tikta Rasa) ist den Elementen Wind und Äther zugeordnet, wirkt leicht, kühlend, rau, nicht klebrig, austrocknend, mindert Kapha und Pitta und vermehrt Vata. 

zusammenziehend (Kashaya Rasa) ist den Elementen Wind und Erde zugeordnet, wirkt austrocknend, kühlend, schwer, mindert Pitta und Kapha und vermehrt Vata. 

Wesentlich in der ayurvedischen Ernährung ist auch die Berücksichtigung der Jahreszeiten, die saisonale Zubereitung und Auswahl von Lebensmitteln, da auch klimatische Bedingungen die Nahrung beeinflussen und auf Doshas und Organismus wirken. Der Ayurveda spricht von sechs Jahreszeiten, die durch die Doshas Vata, Pitta und Kapha geprägt werden und die Verdauung der Menschen beeinflussen. Die Jahreszeiten (Ritucarya) sind: 

Hemanta Ritu, der frühe Winter (vom 22. Oktober bis zum 21. Dezember): Vata ist in dieser Jahreszeit hoch, dennoch ist das Agni stark durch die vorangegangenen Pitta-Phase. 

Shishima Ritu, der späte Winter (vom 22. Dezember bis zum 21. Februar): Vata ist immer noch hoch, das Agni ist immer noch stark. Durch kalte Winde wird Agni immer noch in Gang gehalten. 

Vasanta Ritu, der Frühling (vom 22. Februar bis zum 21. April): Kapha ist hoch, Agni ist schwach, beeinflusst durch die vorangegangen Vata-Phase. 

Grishma Ritu, der frühe Sommer (vom 22. April bis zum 21. Juni): Pitta steigt an, das Agni ist stark, gestärkt durch das Pitta. 

Varsha Ritu, der späte Sommer (22. Juni bis zum 21. August): Pitta ist hoch, Agni jedoch schwach, durch zu viel Hitze wird das Feuer gelöscht. Wenn es zu heiß wird, wird Agni geschwächt. 

Sharada Ritu, der Herbst (vom 22. August bis zum 21. Oktober): Vata steigt an, das Agni ist stark durch die vorangegangene Pitta-Phase. 

Kleine ayurvedische Gewürzkunde:

Ajwain: (Ajamoda) auch Königskümmel genannt, Guna ist ölig, heiß, Rasa ist scharf und bitter; verringert Kapha, beruhigt Vata. Beseitigt tiefsitzendes Ama und vitalisiert Prana (Vitalenergie), hilft bei Verdauungsbeschwerden, Gastritis, Appetitlosigkeit, ist blutreinigend, entkrampfend, schleimlösend.  

Anis: (Shatapuspha), Guna ist leicht, ölig und schnell wirkend (Tkshna), Rasa ist süß, scharf und bitter, Virya ist erhitzend, Vipaka ist süß; wirkt Vata und Kapha vermindernd und Pitta vermehrend. Verdauungsfördernde und appetitanregende Wirkung, beruhigt den Darm und die Nerven, hilft bei Blähungen, Übelkeit und Erbrechen, Hirn- und Augentonikum, hilfreich gegen Husten- und Asthmamittel, fördert den Schlaf. 

Fenchel: (Madhurika) Guna ist leicht und kalt, Rasa süß, bitter, Virya ist ausgleichend, Vipaka ist süß; Vata und Pitta werden verringert. Fenchel wirkt als Karminativum bei Verdauungsstörungen und nervenberuhigend. 

Hingu: (Asafoetida) Guna ist leicht, ölig, spitz und beweglich, Rasa ist scharf und bitter, Virya ist scharf, Vipaka ist erhitzend; Kapha und Vata werden verringert, für Pitta-Typen weniger geeignet. Wirkt adstringierend, sehr Agni-anregendes, verdauungsförderndes Mittel, reduziert Blähungen, reiniget Darmflora von Parasiten. 

Ingwer: (Shunthi) Frischer Ingwer: Guna ist schwer, trocken, spitz, Rasa scharf, Vipaka erhitzend, Virya süß, Vata und Kapha verringernd. Getrockneter Ingwer: Guna ist leicht und ölig, Rasa scharf, Virya ist erhitzend, Vipaka ist süß; wirkt Vata und Kapha verringernd, Pitta vermehrend. Ingwer wirkt magenstärkend, krampflösend, speichelflussanregend. 

Kardamom: (Ela) Guna ist leicht und trocken, Rasa ist scharf und süß, Virya ist kühlend; Vipaka ist süß, alle drei Doshas werden vermindert. Eines der besten und verträglichsten verdauungsfördernden Mittel, regt Milz an, stärkt Magen, hilfreich bei Erbrechen, Koliken, Blähungen, Bauchschmerzen, Fieber, Gliederschmerzen, Erkältungen, verleiht dem Geist Klarheit, wirkt wachstumshemmend auf Bakterien und Pilze, wirkt leicht aphrodisierend. 

Knoblauch: (Rasuna) Guna ist ölig, spitz, schleimig, schwer und beweglich, Rasa ist süß, salzig, scharf, bitter und herb (vereint fünf Geschmacksrichtungen in sich, nur salzig fehlt), vor allem scharf und süß; Virya ist erhitzend, Vipaka ist scharf; Vata und Kapha werden vermindert, Pitta vermehrt. Knoblauch stärkt Gehirn, Nerven, wirkt blutdrucksenkend und gefäßerweiternd, senkt den Cholesterinspiegel, entgiftet und reinigt das Blut und Lymphsystem von Toxinen und Schleim. Wirkt antiseptisch, leberstoffwechselanregend und verdauungsregulierend, hilft bei Völlegefühl, Blähungen, Verstopfungen. Die Knolle ist stark rajasik, sie hat eine aktivierende und Leidenschaft steigernde Wirkung auf die Psyche und wird daher in der sattvischen Ernährung nicht verwendet. Knoblauch gilt als ein Rasayana in gekochter Form.

Koriander: (Dhanyaka) Guna ist leicht ölig, Rasa ist herb und bitter, Virya ist leicht erwärmend und Vipaka ist süß; hat eine ausgleichende Wirkung auf alle drei Doshas. Wirkt verdauungsfördernd, stimmungsaufhellend (vermehrt Sattva), ist tonisch, entgiftend und entzündungshemmend, lindert Schmerzen bei Rheuma. 

Kreuzkümmel: (Cumin) Guna ist trocken, spitz und heiß, Rasa ist scharf und bitter, verringert Kapha und reguliert Vata. Wirkt appetitanregend, blähungs- und harntreibend und ist hilfreich bei Erkrankungen des Harntraktes. 

Kurkuma: (Haridra) Guna leicht und trocken, Rasa ist bitter, zusammenziehend, scharf, Virya ist erhitzend, Vipaka ist scharf; alle drei Doshas werden verringert, Pitta und Vata jedoch bei übermäßigem Gebrauch vermehrt. Es ist ein natürliches Antibiotikum, wirkt antiseptisch, blutreinigend, entzündungshemmend und entgiftend, ist magenstärkend, fördert den Stoffwechsel und die Eiweißverdauung, behebt Unter- und Überfunktionen der Verdauung. 

Muskat (Muskatnussbaum): (Jatiphalam) Guna ist leicht, ölig und schnell wirkend, Rasa ist scharf, bitter und herb,  Virya ist erhitzend und Vipaka scharf; besänftigt Vata und Kapha und vermehrt Pitta. Wirkt in hoher Dosis narkotisch. Schmerzlinderndes Mittel, wirkt appetitanregend und verdauungsfördernd. 

Pfeffer: (Marica) Guna ist leicht, trocken, heiß und spitz, Rasa ist scharf, Virya ist erhitzend und Vipaka ist scharf (bei grünen Früchten süß); Vata und Kapha werden verringert, Pitta wird erhöht. Eines der stärksten verdauungsanregenden Mittel, Abfallstoffe und Toxine werden verbrannt, Magen-Darm-Trakt reinigend, wirkt speichelflussanregend, verdauungsfördernd, magenstärkend, antiseptisch, regt Leberstoffwechsel an, lindert Blähungen. 

Safran: (Kunkuma) Guna ist ölig und leicht, Rasa ist scharf und bitter, Virya ist erhitzend, Vipaka ist scharf; wirkt auf alle drei Doshas  ausgleichend. Bei Einnahme von über 1,5 g können starke Vergiftungen auftreten. Bei niedriger Dosierung gilt es als ein revitalisierendes Mittel für Blut, Kreislauf und Stoffwechsel, nervenstärkend und stimulierend, wirkt daher bei Konzentrationsschwächen, Melancholie und Epilepsie, reguliert Tätigkeit der Leber und Milz, hilft bei Durchfall, Erbrechen, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Husten, Asthma, Rheuma. 

Thymian: (Punjabi: Masha, Hindi: Ipar) Guna ist trocken, Rasa ist scharf, Virya ist erhitzend, Vipaka ist scharf; Vata und Kapha werden vermindert, Pitta wird verstärkt. Krampflösend, blähungswidriges, auswurfförderndes und hustenreizlinderndes Mittel, beruhigt Verdauung, bakterienhemmende, antiparasitische, zusammenziehende und entzündungshemmende Wirkung. 

Trikatu: Schwarzer Pfeffer (Marica), langer Pfeffer (Pippali) und getrockneter Ingwer (Shunti), zu gleichen Teilen vermischt, werden sie Trikatu („die drei Scharfen“) genannt. Beseitigt Fettleibigkeit, Atmungsinsuffizienz, Völle-, Druck und vorzeitiges Sättigungsgefühl, Husten, Schnupfen und Filariosen. Langer Pfeffer wirkt austrocknend, aphrodisierend. Rasa ist scharf, Vipaka jedoch süßem, verringert Kapha und Vata. Er beseitigt Atemnot und Husten und verbessert die Verdauung.

Oregano: (Sathra) Rasa ist scharf, Virya ist erhitzend, Vipaka ist scharf; Vata und Kapha werden vermindert, Pitta vermehrt. Wirkt gegen Blähungen, verdauungsförderndes, tonisierendes und kreislaufstärkendes, auswurfförderndes, krampflösendes und appetitanregendes Mittel, hilfreich bei Magen-, Darm- und Gallenbeschwerden und bei Erkrankungen der Harnwege. 

Zimt: (Twak) Guna ist leicht, trocken und schnell wirkend, Rasa ist scharf, bitter und süß, Virya ist erhitzend, Vipaka ist scharf; wirkt Kapha und Vata verringernd und Pitta erhöhend. Wirkt kräftigend, harmonisierend und anregend für den Kreislauf und die Durchblutung, Verdauung, Appetit und Leberstoffwechsel werden angeregt, Nieren erwärmt, wirkt entzündungshemmend und blutreinigend.

Zwiebel: (Palandu) Guna ist schwer und ölig, Rasa ist süß, scharf, Virya ist erhitzend und Vipaka süß; Vata wird gesenkt, sekundär auch Kapha vermindert, Pitta erhöht. Gekocht treibt die Zwiebel Blähungen aus dem Körper, schützt vor Infektionen, löst Krämpfe, senkt Blutdruck und den Blutzuckerspiegel.